57. Selbstverteidigung für syrische Flüchtlinge

Selbstbehauptungskurs mit integrativem Hintergrund

 

Der ´Mädchentreff´ ist eine Gruppe von überwiegend syrischen und afghanischen (muslimischen und christlichen) Mädchen im Alter von 12-17 Jahren. Er trifft sich alle 14 Tage. Annette Diepolder und Elke Ketterer der Diakonie in Schwenningen betreuen hier Flüchtlingsfamilien im Projekt Flüchtlingshilfe unter der Leitung von Evelyn Preuss und wünschten sich für die Mädchen, dass sie mit mehr Selbstbewusstsein ausgestattet werden. 

 

Die Anfrage beim Polizeisportvereins Villingen-Schwenningen e.V. wurde zur Klärung einer finanziellen Unterstützung an die Freizeitwerkstatt (bestehend aus Mitgliedern des Lions Clubs Villingen und des Lions Clubs Schwenningen) weitergegeben.

 

Die interne Diskussion in der Freizeitwerkstatt erweiterte sogar den Rahmen um den integrativen Aspekt und hat vorgeschlagen, die Selbstbehauptung nicht nur für die Flüchtlinge anzubieten, sondern auch noch betreute Kinder vom Kinder- und Familienzentrum VS (KiFaZ) mit einzubinden. Da der Integrationsgedanke auf beiden Seiten auf große Anerkennung stieß, wurde dies in einem gemeinsamen Workshop umgesetzt und die Freizeitwerkstatt hat sich nicht nur an den Kosten beteiligt, sondern hat diese gesamt übernommen. 

Die Mädchen lernten beim Selbstverteidigungs-Lehrgang viel über Selbstbehauptung, aber auch viel über sich selbst kennen. Es wurde auf unterschiedliche Gewaltformen eingegangen und erklärt, wie sich die Jugendgewalt von der Erwachsenengewalt unterscheidet. 

Die 13 Teilnehmerinnen konnte an zwei Abenden erfahren, dass Mädchen ihre körperlichen Fähigkeiten anfangs häufig unterschätzen. „Viele weibliche Teilnehmerinnen in Selbstverteidigungskursen erzählen uns, sie sind zu unsportlich oder zu schwach“, so Trainer Michael Waller, „aber die Technik und der Mut, diese anzuwenden, entscheidet über die Wirkung und nicht die Kraft“. Kinder-Selbstbehauptung und -Selbstverteidigung beinhaltet auch viele Techniken zur Abwehr von Übergriffen, die in diesem Workshop ausreichend geübt werden konnten. Hierbei wurden den Jugendlichen aber auch ihre Grenzen aufgezeigt, denn nur ausreichende Übung kann im Ernstfall auch effektive Abwehr bieten. 

„Vermeidung und Vorbeugung statt „sich wehren“ zu müssen ist die Devise“ lehrte Michael Waller, (der nicht nur Trainer beim Polizeisportverein ist, sondern auch Lionsfreund und Unterstützer dieser Activity war) den jungen und interessierten Zuhörerinnen. Die Betreuerinnen der Diakonie, Annette Diepolder und Elke Ketterer, sowie die Leiterin Evelyn Preuss, aber ebenso die Betreuerin des KiFaZ, Frau Hummel, nahmen ganz spontan ebenfalls an dem Workshop teil und waren ebenfalls sehr begeistert. Es war eine tolle Aktion, die - auf Wunsch der Teilnehmerinnen - gerne wiederholt werden kann.

Fotogalerie vom 25.02.2019