46. Was wäre, wenn...?

Ein Kunst- und Fotografie-Projekt der Mobilen Jugendarbeit Villingen-Schwenningen

Beschreibung der Durchführung

 

Mehrere Schüler und Schülerinnen hatten die Möglichkeit, gemeinsam mit einer Kunstlehrerin und Mitarbeitern der

Mobilen Jugendarbeit in Rahmen eines Kunstkurses den Fragen: Wo komme ich her?“, „Wo stehe ich?“ und „Wo will

ich hin?“ auf den Grund zu gehen. Künstlerisch wird der Austausch zum Beispiel über Heimat (Was macht für mich

die Heimat aus?), Wurzeln, Herkunft, Sprache, Kultur, Wissen und Kompetenzen (Was kann ich? Was macht mich

aus?) aufgearbeitet.

 

Dabei nutzte die Kunstlehrerin über den gesamten Projektverlauf verschiedene Methoden und Techniken, wie zum Beispiel die Erstellung von Fotocollagen für eine Art Brainstorming. Ziel dieser Methode war es, Ideen und Wünsche bildlich zu erfassen und zum Ausdruck zu bringen.

 

Den Ideen waren hierbei keine Grenzen gesetzt und die TeilnehmerInnen hatten die Möglichkeit auch überspitzte Vorstellungen wie beispielsweise: „Was wäre wenn ich ein Millionär wäre…?“ oder „Was wäre wenn ich ein Profifußballer wäre…?“ zu äußern. Parallel zu diesen Einheiten fanden direkt nach der Schule mehrere Treffen der Gruppen mit den MitarbeiterInnen der Mobilen Jugendarbeit im Jugendtreff Chilly statt, um weitere Themen, Ideen und konkrete Vorstellungen jedes Einzelnen zu erörtern und für spätere Szeneshootings auszubauen bzw. festzuhalten. Hier gab es unter anderem auch die Möglichkeit auch eigene Meinungen und Anliegen zu äußern, um in unserer Gesellschaft etwas zu verändern oder aber auch konkrete Statements wie: „Ich trage zwar ein Kopftuch, aber ich bin keine Terroristin“ oder „Ich heiße zwar Ali, aber deshalb klaue ich nicht“ zu setzen, um so auf Vorurteile und Missstände in der Gesellschaft aufmerksam zu machen.

 

Des Weiteren gab es auch die Möglichkeit in einem Fotografie-Workshop das Medium Kamera für ein ausgelassenes Fotoshooting zu nutzen, um die Thematik auch fotografisch in Szene zu setzen und die Momentaufnahmen festzuhalten. Dabei wurden sämtliche theoretische und praktische Techniken einer Kamera den ProjektteilnehmerInnen vermittelt. Auch die Arbeit bzw. die Handhabung von diversen Fotobearbeitungsprogrammen (Photoshop CC, Lightroom, etc.) wurde erklärt. Ziel des Workshops war es zum einen, durch großformatige Portraits die innere Gefühlswelt der TeilnehmerInnen zum Ausdruck zu bringen und zum anderen, das gegenseitige Verständnis für die andere Lebenswelt zu fördern.

 

Dabei suchten sich die Jugendlichen eine Identität aus, stellten die Location selbst zusammen und inszenierten die gewünschte Szene selbst.

 

Die Mitarbeiter der Mobilen Jugendarbeit haben die TeilnehmerInnen bei ihren Wünschen und Vorstellung unterstützt und berieten die Jugendlichen bei ihren persönlichen Ideen. Durch die Unterstützung einer Theaterpädagogin bekamen die TeilnehmerInnen die Möglichkeit, sich mit Themen wie Mimik, Gestik, Ausdruck, spielerisch zu versuchen und auch sich im Bereich Selbst- und Fremdwahrnehmung zu erleben.

 

Ein weiteres Highlight, besonders für die weiblichen TeilnehmerInnen waren die Portraitshootings, bei der sie von einer Visagistin professionell geschminkt bzw. gestylt und im Anschluss fotografiert wurden. Bei vielen der TeilnehmerInnen hat dieses professionelle Styling bewirkt, dass sie sich mal „anders“ erleben konnten, was sich enorm auf ihr Selbstvertrauen, aber auch ihre Selbstwahrnehmung ausgewirkt hat.  Eine der Teilnehmerin hat mit Tränen in den Augen gesagt: „Ich hätte nie gedacht, dass ich so schön sein kann…“, was für die Mitarbeiter der Mobilen Jugendarbeit und auch für die Visagistin ein schönes Kompliment war.

 

Für 2018 sind Ausstellungen in den großen Einkaufszentren von Villingen-Schwenningen, dem Landratsamt und anderen Locations geplant, um die Ergebnisse der breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.

 

Fotogalerie

Download des gesamten Abschlussberichts

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