Nachruf Dr. Peter Munk

Dr. Peter Munk, geboren am 14.11.1921, gestorben am 30.12.2018

ist nach einem langen und erfüllten Leben friedlich eingeschlafen. Peter´s Leben spiegelt in großer Vielfalt deutsche Geschichte und Kultur wieder. Er wächst in einer gut situierten und sehr angesehenen Arztfamilie zusammen mit zwei Geschwistern in Berlin-Charlottenburg auf. Ab 1935 besucht er das Internat in Niesky (Oberlausitz). Dieses wird geleitet von der Herrnhuter Brüdergemeinde (überkonfessionell-christliche Glaubensbewegung, geprägt vom Protestantismus und dem späteren Pietismus und heute der Evangelischen Kirche angegliedert). Hier in Niesky lernt er Erdmuth, die Tochter des Schuldirektors, die ihm als schlechten Lateinschüler Nachhilfe gibt, kennen und lieben. Im Januar 1944 heiraten die beiden. Peter, der 18-jährig als Soldat eingezogen wird und mit 20 bereits Offizier ist, entgeht nur aufgrund einer Kriegsverletzung der menschlichen Katastrophe von Stalingrad. Nach der Hochzeit muss er wieder an die Front und weiß, dass sich Erdmuth mit der gerade geborenen Tochter den Flüchtlingsströmen anschließen muss. Nach Gefangennahme und 2-maliger Flucht gelingt es ihm, seine junge Familie in Thüringen wiederzufinden. Dort findet er, der als wacher, offener junger Mann beschrieben wird, Arbeit auf einem Neudietendorfer Landgut. Seinen Wunsch, Zahnmedizin zu studieren, kann er erst über den Umweg der Zahntechnikerlehre erfüllen, die er 1946 in Berlin beginnt. Diese Tätigkeit sichert der Familie, die inzwischen eine weitere Tochter bekommen hat, das Leben und die Finanzierung seines Studiums, das er 1954 erfolgreich beendet. Die Familie baut sich so eine neue Existenz auf. Die unsichere politische Situation in Berlin führt dazu, dass Peter und Erdmuth einer Annonce folgend 1960 eine Zahnarztpraxis in Villingen übernehmen – gestützt auch durch die Freunde in der Herrnhuter Brüdergemeinde in Königsfeld, wohin die Familie 1968 zieht.

 

 

Neben seinen gemeinsam mit Erdmuth geteilten Freizeitbeschäftigungen (Wandern, Radfahren, Skilanglauf, Jagd, viele Reisen durch nahezu alle Erdteile) engagiert Peter sich ehrenamtlich im Ältestenrat der Königsfelder Brüdergemeinde. Auch setzt er sich mit dem Leben Albert Schweitzers auseinander, der ja lange Zeit in Königsfeld gelebt hatte, und gilt als profunder Kenner seines Wirkens. Seiner Aktivität ist es maßgeblich zu verdanken, dass das Albert-Schweitzer-Haus als Informations-Forum entstanden ist. 2001 wird Peter dafür die Bürgermedaille verliehen.

 

Auch dem Lions Club Villingen, dem er seit 1962 angehört, hat er mehrfach als Vortragender sein Wissen und seine Erfahrung weitergegeben. Er war Sekretär von 1966-67 und noch einmal von 1979-80, Präsident war er 1971-72, Activity-Beauftragter von 1976-78 und zuständig für die Pressearbeit in den Jahren 1988-2001. Und bis zum Schluss immer noch aktiv bei den OMs, IOMs und allen Activities!

 

Peter ist geprägt durch Erziehung, Religiosität und Humanismus. Er ist gleichermaßen bescheiden und ist doch zeitgleich ein großer und guter Mann. Sorgsam und verantwortungsvoll. Hilfreich und seine Erfahrung und Wissen weitergebend an die, die mit ihm zu tun haben. Eigentlich all das, was einen Lions ausmachen kann. Ein Vorbild für uns. Wir sind alle stolz, dass wir Dich im Lions Club Villingen erleben durften.

  

                     Lions Club Villingen

                 Der Vorstand

 

                                     Nico Grossek              Dr. Thorsten Schleich                        Herbert Pleithner

 

                                                     Präsident                      1. Vizepräsident                       Beauftragter Mitgliedschaft