Ein sehr großes Engagement mit ständig steigender Auflage

Adventskalender der Lions Clubs Schwenningen und Villingen ist eine Erfolgsgeschichte. Feier zum zehnjährigen Bestehen mit Dank an die Sponsoren. Jetzt 300.000,- Euro Gesamterlös in Sicht. Von Berthold Merkle

Ein Pressebericht der Südwest Presse / Die Neckarquelle vom 27.09.2018

 

Der Adventskalender der Lions feierte sein Zehnjähriges und Distrikt-Governor Birgit Bea (zweite von links) gratulierte den Mitwirkenden und „Männern hinter dem Kalender“, die dafür sorgen, dass auch der Jahrgang 2018 wieder ein Erfolg wird: Oliver Bittlingmaier, Thomas Fiehn, Dieter Petrolli, Thorsten Schleich, Hansjörg Zimmermann, Jürgen Findeklee, der Vorstandsprecher der Volksbank Schwarzwald-Donau-Neckar, Jürgen Arnold und der amtierende Schwenninger Clubpräsident Jens Neumann (von links). Foto: Berthold Merkle 

Ein Abend der Superlativen war die Geburtstagsfeier zum zehnjährigen Bestehen des Adventskalenders der Lions. Gründungsvater dieses Erfolgsprojekts ist Hansjörg Zimmermann, der 2009 in seinem Präsidentenjahr beim Schwenninger Lions Club die Idee für den Kalender hatte. „Wir konnten damals nicht ahnen, welche Dimensionen das alles entwickeln würde“, sagte Zimmermann bei der Feier in der Schwenninger Filiale der Volksbank Schwarzwald-Donau-Neckar .
Die Wahl des Orts für diese Feierlichkeit war kein Zufall: Vom Start an ist die Volksbank mit dem Vorstandssprecher Jürgen Findeklee die zuverlässige und treue Unterstützerin dieser Aktion. Die Bank bezahlt alljährlich die Druckkosten und hat auch die Organisation des Festes samt Getränken und kaltem Büffet übernommen. Zum Dank waren auch die vielen anderen Sponsoren eingeladen. Denn sie haben einen wichtigen Anteil am Erfolg des Kalenders. Die wertvollen Preise werden alle von Händlern und Unternehmen für die Verlosung zur Verfügung gestellt. Die meisten sind hier von Beginn an dabei. So auch der Elektronikhandel Expert-Hoerco aus Villingen, der alle Jahre wieder den Hauptgewinn stiftet.
Das war schon so bei der ersten Ausgabe des Kalenders mit einer Auflage von 3000 Stück und einem Gewinn in jedem 94. Exemplar. Das Foto zeigte das verschneite Gemeindehaus am Muslenplatz und die Kalender waren rasch vergriffen. Wichtig war den Initiatoren, dass die Gewinne mindestens einen Wert von 100 Euro haben. Seither ging es immer nur stetig aufwärts: mit der Auflage, die nun 11 000 erreicht, mit der sicheren Gewinnchance, die nun im jedem 37. Kalender garantiert ist und auch mit dem Wert eines Gewinns: 180 Euro mindestens.
Auf die bisherige Erfolgsgeschichte blickte der amtierende Schwenninger Lions-Präsident Jens Neumann zurück. Von Anfang kennt der Adventskalender nur eine Richtung: nach oben. „Wir sind ganz hervorragend unterwegs mit diesem Projekt“, freute sich Neumann und dankte neben den einsatzfreudigen Lions-Mitgliedern vor allem auch den vielen Unterstützern, die die attraktiven Preise möglich machen.

 

Geld für Nachhilfe
Dieser Erfolg kommt den sozialen Projekten zugute. Beispielhaft nannte Neumann die Nachhilfeaktion, die seinerzeit Gernot Hengstler in seinem Präsidentenjahr angestoßen hat. Es sei immer wieder ein besonderer Augenblick, wenn sich die Schüler zum Schuljahresende mit einer Vorlesestunde bei ihren Förderern bedanken und so auch zeigen, dass das Geld gut und nützlich investiert wurde.
Bestens angelegt sind die Spenden der Lions auch bei den Schwimmkursen für Kinder aus finanziell schwach aufgestellten Familien. Jens Neumann erinnerte sich an ein besonders markantes Erlebnis, wie sich ein neun Jahre alter Junge freute, dass er zum ersten Mal in einem Schwimmbad ist.

 

Ein ganz wichtiges Engagement ist die Freizeitwerkstatt, die von den Lions Clubs Schwenningen und Villingen seit 2010 gemeinsam betrieben wird. Die Einsatzorte und Aufgaben sind vielfältig. Gefördert werden Sport und Spiel ebenso wie Kreativität und Musik, aber auch Naturerlebnisse bei Exkursionen, Kurse für gesunde Ernährung und das gemeinsame Training von Lebenskompetenzen. „Jeder Sponsor, der sich engagiert mit dem Kalender, ist hier an der richtigen Adresse“, sagte Präsident Jens Neumann.
Ohne Hansjörg Zimmermann würde es den Adventskalender nicht geben. Der Schwenninger Lions-Präsident von 2009 hat das Projekt damals nicht nur erfunden und in Gang gebracht, sondern er ist immer noch das „Herz“ davon. Zimmermann sammelt die Preise zusammen und verteilt sie auch an die Gewinner. Am Anfang hat dafür ein „Zimmerchen“ in der Firma Zimmermanns gereicht, inzwischen ist die Zahl der Gewinne so gewachsen, dass ein viel größerer Saal gebraucht wird. Irgendwie muss Hansjörg Zimmermann immer noch staunen über dieses stetige Wachstum. „Am Anfang wusste keiner, wohin die Reise geht“, sagte der Begründer des Adventskalenders bei der Feier. Schon nach wenigen Jahren wurde die Auflage verdoppelt.

Kontakt immer intensiver
Doch, was Zimmermann am meisten freut: Der Kontakt zwischen den Clubs Schwenningen und Villingen wurde immer intensiver. Nachdem die gemeinsame Freizeitwerkstatt so gut florierte, war es eigentlich nur noch eine Frage der Zeit, bis die Schwenninger Lions mit den Villingern auch beim Kalender gemeinsame Sache machen. Bei der Ausgabe 2016 war es dann endlich so weit, dass der Adventskalender von beiden Clubs zusammen gemacht wurde. Die Gesamtauflage von 10 000 Stück verteilte sich auf 7000 in Schwenningen und 3000 in Villingen. Doch es ging noch mehr. Schon im nächsten Jahr wurden 11 000 Kalender gedruckt, die mit 3500 Exemplaren für Villingen und 7500 für Schwenningen verkauft wurden. Zwei Hauptgewinne gab es nun und auch die Gesamtsumme der Gewinne erreichte mit 50 000 Euro einen weiteren Rekord. Mit dem größeren Format machte der Kalender auch optisch noch mehr her. Nur der Preis von fünf Euro ist gleich geblieben.
Den verlangen die wackeren Verkäufer, die an den Samstagen vor Weihnachten bei jedem Wetter in Villingen auf dem Latschariplatz und in Schwenningen auf dem Wochenmarkt stehen, von ihren Kunden. Die vielen Einzelkäufer tragen zum Erfolg bei. Ebenso wie auch die Firmen, die größere Stückzahlen abnehmen und den Kalender als Weihnachtsgeschenk an Kunden und Geschäftsfreunde geben. Eine verlässliche Konstante ist hier die Schwenninger Firma Kübler, die mit einer Abnahmemenge von 400 Stück jedes Jahr der größte Unterstützer der Lions-Aktion ist. Eine gute Tat und eine nachhaltige Investition, wie Hansjörg Zimmermann

 

meinte. Denn: „Wir fördern nur Projekte in der Region. Das Geld bleibt in der Region.“


Erlös wird gebraucht


Für „die Männer hinter dem Kalender“ sprach Jürgen Arnold. Als ehemaliger Vorstandssprecher der Volksbank freute er sich auch, für dieses Fest an seine alte Wirkungsstätte in der Schwenninger Bärenstraße zurückkehren zu können: „Ich fühle mich sehr wohl hier.“ Denn noch immer sei er der Bank sehr verbunden. Als Gründungspräsident des Schwenninger Lions Clubs vor über 25 Jahren hält es Arnold für wichtig und gut, dass der Präsident jedes Jahr wechselt. „Das bringt jedes Mal ein neues Programm und neue Ideen“, sagte Arnold. Ein herausragendes Beispiel dafür sei die Amtszeit von Hansjörg Zimmermann vor zehn Jahren gewesen: „Diese Präsidentschaft hat uns gefordert.“ Seit der Kalender etabliert wurde, leisteten viele Männer alljährlich ihren Beitrag. „Aber der Kopf und der mit der meisten Belastung bleibt Hansjörg Zimmermann“, würdigte Jürgen Arnold den Erfinder des Adventskalenders und seine Verdienste.


Dies könne man nicht hoch schätzen. Denn der Erlös des Kalenders sei in vielen Bereichen unserer Gesellschaft bitter nötig. Arnold erinnert in diesem Zusammenhang an die Förderung von Sozialprojekten durch die Lions. „So finanzieren wir vom Staat vernachlässigte Aufgaben“, sagte Arnold. Deshalb müssten Hansjörg Zimmermann und die „Männer hinter dem Kalender“ weitermachen.


Seit drei Jahren zusammen


Das versprach auch Dieter Petrolli, der für den Villinger Lions Club das großartige Engagement der Schwenninger Freunde lobte: „Was sie geschaffen haben, ist etwas Besonderes und etwas Beachtliches.“ Seit drei Jahren schaffen es die beiden Clubs zusammen, wie Petrolli erklärte. Denn bei seiner Präsidentschaft in Villingen damals habe man das schon länger avisierte Projekt eines gemeinsamen Kalenders in die Wirklichkeit umgesetzt. Petrolli erinnerte auch daran, dass in seinem Club die enge Zusammenarbeit zunächst „etwas kritisch beobachtet“ wurde. Doch inzwischen hätten sich die Bedenken gelegt: „Der Kalender ist ein fester Bestandteil im Jahresprogramm.“ Nicht nur bei der Freizeitwerkstatt habe sich die Zusammenarbeit der beiden Lions Clubs praktisch bewährt, sondern auch bei der Schwenninger Kulturnacht und dem Villinger Weinfest. Der Kalender ist da die natürliche Fortsetzung. Mit einer breiten Wirkung.


Wie sagte doch Hansjörg Zimmermann: „Wir wollten etwas Wichtiges und Nachhaltiges schaffen, das lange wirkt.“ Das ist den Lions bestens gelungen, wie der Adventskalender alle Jahre wieder aufs Neue zeigt. Und dies alles mit stets steigender Tendenz: Mit der Ausgabe 2018 zum Zehnjährigen werden 300 000 Euro Gesamterlös überschritten. Ein Gewinn für die sozialen Zwecke in der Region – und die vielen Kalenderkäufer.