Lions legen noch 10.000 Euro drauf

Ein Sponsorenlauf hilft jungem Syrer mit schweren Brandverletzungen im Gesicht. Mitschüler und Vereine ermöglichen ihm jetzt Operationen.

10.000 Euro spenden die Lions Clubs Villingen und Schwenningen sowie der Leo Club Schwarzwald-Baar-Heuberg. Mit dem stellvertretenden Schulleiter Steve Richter freuen sich Abdulhadi, der Villinger Lions-Präsident Eberhard Heiser, sein Schwenninger Kollege Markus Piro sowie der Leo Club-Vizepräsident Andreas Beck. | Bild: Hans-Jürgen Kommert

 

Eine einzigartige Spendensammlung begann an der Robert-Gerwig-Schule in Furtwangen mit dem Sponsorenlauf. „Laufen für ein neues Gesicht für unseren Mitschüler Abduladhadi“ war das Motto.

Der Erlös dieses Laufes direkt vor den Sommerferien ist schon traditionell einem guten Zweck gewidmet. In diesem Jahr hatten sich die Organisatoren um Sport- und Mathelehrer Wolfgang Höre ein besonderes Ziel gesetzt: Ein „neues Gesicht“ für Abdulhadi, der als unbegleiteter Minderjähriger aus Syrien nach Deutschland gekommen war.

Der junge Syrer erwies sich sehr schnell trotz seines ungewöhnlichen Aussehens als etwas ganz Besonderes: Er war stets offen, wissbegierig und ging auf seine Mitschüler zu, anstatt sich zurück zu ziehen. Recht schnell fand er sich in der Sprachschule zurecht und lernte deutsch. Seine offene Art machte es für seine Umwelt leicht, ihm zu helfen; sein von schweren Verbrennungswunden entstelltes Gesicht sollte operiert werden.

„Gar nicht so einfach“, stellte Höre fest. Der Sponsorenlauf stieß schnell an seine Grenzen. „Bisher haben wir Projekte in einer Größenordnung von 2000 bis 3000 Euro unterstützt. Nach intensiven Recherchen haben wir nun eine Kostenrechnung von über 20 000 Euro erhalten“, stellte der Lehrer fest.

Aktionen wie ein Flohmarkt und diverse Bewirtungen sorgten dafür, dass die Spendensumme auf immerhin 11 000 Euro angewachsen war, erzählte der stellvertretende Schulleiter Steve Richter stolz. Drei Operationen hat der junge Syrer inzwischen bereits hinter sich, allerdings nur eine plastische, der Rest waren medizinisch notwendige Eingriffe, um ihm die Atmung zu erleichtern. Doch dann hatte sein Kollege Frank Haas eine Idee: Er wandte sich an die Lions Clubs Villingen und Schwenningen.

„Normalerweise gibt es bei uns eine Maxime, die lautet, niemals eine Spende für eine Einzelperson zu machen“, betonte der Villinger Präsident Eberhard Heiser. Doch erste Kontakte mit Abdulhadi sorgten dafür, dass er erkannte, manchmal müsse man auch mit den Vorschriften brechen.

Abdulhadis Schicksal habe ihn bewogen, auch mit dem befreundeten Schwenninger Lions Club und dessen Präsidenten Markus Piro Kontakt aufzunehmen. Und auch die Jugendorganisation der Lions, der Leo Club Schwarzwald-Baar- Heuberg, beteiligte sich daran.

Wie wichtig das den Organisationen geworden war, bewies die Summe, die sie nun der Schule zur Verfügung stellen konnten, stolze 10.000 Euro, die neben den „normalen“ Projekten zustande kamen.

Damit ist nun gewährleistet, dass die nächsten Operationen ab Mitte Januar beginnen können, so Richter. Auch Thomas Höll und sein Chef Matthias Ries von der Kinder- und Jugendhilfe hatten Abdulhadi als etwas Besonderes kennen gelernt, allerdings fehlten ihnen die Mittel zur Hilfe. „Wir brauchen viele Dinge für die rund 45 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, selbst für Fahrräder reicht das nicht, was wir für sie erhalten“, so Ries.