Puppenspiel gegen sexuelle Gewalt

Die Konstanzerin Irmi Wette engagiert sich für das Wohl von Kindern. „Pfoten weg!“ soll ihnen helfen, stark zu werden

Vorne von links Roland Brauner (Lions Club), Irmi Wette (Konstanzer Puppenbühne), Jochen Link (Weißer Ring). Mitte: Markus Piro (Lions Club), hinten von links: Landrat Sven Hinterseh, OB Rupert Kubon, Robert Göhring (Lions Club). Foto: Tobias Lange
Vorne von links Roland Brauner (Lions Club), Irmi Wette (Konstanzer Puppenbühne), Jochen Link (Weißer Ring). Mitte: Markus Piro (Lions Club), hinten von links: Landrat Sven Hinterseh, OB Rupert Kubon, Robert Göhring (Lions Club). Foto: Tobias Lange

Um die Prävention von sexuellem Missbrauch von Kindern dreht sich das Puppenspiel „Pfoten weg!“ von Irmi Wette. Am Sonntag, 22. März, um 14.30 Uhr bringt die Pädagogin und Gründerin der Konstanzer Puppenbühne, im katholischen Pfarramt St. Fidelis, Kindern ab vier Jahren bei, Nein zu sagen. Und zwar spielerisch und kindergerecht. Denn gerade für die Jüngsten ist es oft schwer, sich gegen unerwünschte Annäherungen zur Wehr zu setzen.

Neben dem Puppenspiel werden, um mögliche Ansprechpartner kennen lernen zu können und um Türen auf sanfte Art zu öffnen, Vertreter der Polizei, des Jugendamts, des Kinderschutzbunds und anderer Hilfs- und Schutzorganisationen mit Informationsständen anwesend sein. Die Kinder können basteln und sich schminken lassen.

Die Puppenbühne sei ein hervorragendes Medium, um Kindern das Thema nahezubringen, meint Oberbürgermeister Rupert Kubon. Zusammen mit Landrat Sven Hinterseh hat er die Schirmherrschaft über den Aktionstag übernommen. Aufklärung sei wichtig, denn Missbrauch finde oft im vertrauten Umfeld statt. Kinder vor Fremden zu schützen sei vergleichsweise leicht, so der Oberbürgermeister. Viel schwieriger sei es für ein Kind, seine Grenzen gegenüber einem Familienmitglied aufzuzeigen. Der Familie gegenüber hätten Kinder oft einen Ehrenkodex, ergänzt Irmi Wette. Ihnen werde dazu oft Angst gemacht, sie würden der Familie schaden, wenn sie sich anderen anvertrauen. Dadurch entstehe ein noch höherer Druck.

Genau hier setzt das Puppentheaterstück um die Katzenkinder Salome, Tom und Lotte, denen bei dem anstehenden Besuch von Onkel Burschi und Tante Herzi angst und bange wird, an. Zusammen mit ihnen lernen die Kinder, dass sie sich wehren dürfen. Dass es keine Schwäche ist, Hilfe zu suchen. Und dass ihr Körper ihnen allein gehört. „Sich anderen anvertrauen heißt nicht petzen“, erklärt Jochen Link vom Weißen Ring, der Opfer von Straftaten betreut und Präventionsarbeit leistet. Für viele Kinder gehöre Missbrauch zum Alltag. Ihnen müsse aufgezeigt werden, dass es auch anders geht. Dabei werde die Hemmschwelle so niedrig wie möglich gehalten, sagt Roland Brauner von der Lions-Freizeitwerkstatt. Der Eintritt ist frei, das Busunternehmen Petrolli sorgt kostenlos für den Transport nach Villingen und die Aktion falle absichtlich auf einen Sonntag. Nichts soll von einem Besuch abhalten.

Auch die Erwachsenen sind gefordert. „Kinder haben ein Bauchgefühl, was in Ordnung ist und was nicht. Eltern müssen diese Grenzen akzeptieren und dürfen sie nicht aberziehen“, erklärt die Pädagogin. In der Vergangenheit habe sie von Seiten der Erwachsenen sehr positive Rückmeldungen erhalten. Und Markus Piro, ebenfalls von der Freizeitwerkstatt, hofft: „Erwachsene werden nach der Veranstaltung bereiter sein, die Signale zu erkennen.“