"Pfoten weg!" hilft Kindern vor sexueller Gewalt

In Villingen-Schwenningen organisiert die Lions-Freizeitwerkstatt Aktionstag sowie kostenfreie Aufführungen mit. Im Mittelpunkt steht das Puppentheater der charismatischen Konstanzerin Irmi Wette.

Ein heißes Eisen packen die Mitglieder der Lions-Freizeitwerkstatt mit ihrem jüngsten Projekt an. Der Aktionstag „Pfoten weg“ startet am 22. März. Das Ziel: Vorbeugung gegen sexuelle Übergriffe auf Kinder. Schüler und Kindergartenkinder sollen sensibilisiert und so gestärkt werden, dass sie sich gegen jegliche Form sexueller Gewalt wehren können, berichtet Roland Brauner vom Villinger Lionsclub. Zudem werden für Kindergärten und Schulen kostenfreie Aufführungen organisiert.

„Geh nicht mit den Fremden mit“, bleibt nach wie vor oft die einzige Form der Vorbeugung, um Kinder vor sexueller Gewalt zu schützen. Dies verkennt völlig, dass sich der Großteil der Fälle im Familien- und Freundeskreis ereignet. Der Weiße Ring, die Freizeitwerkstatt sowie die Konstanzer Puppenbühne taten sich jetzt zusammen, um Kinder vor sexueller Gewalt zu schützen und Eltern, aber auch Pädagogen und Lehrern Informationen zukommen zu lassen, wie sie Signale richtig deuten.

Um dieses Ziel zu erreichen, versammelte die Freizeitwerkstatt eine Reihe von Unterstützern um sich, darunter den SÜDKURIER als Medienpartner. Im Mittelpunkt des Projekts steht das Figurentheater der charismatischen Konstanzer Puppenspielerin Irmi Wette. „Pfoten weg“ heißt ihre kindgerechte Vorführung, die Kinder in ihrem Recht bestärken will, Nein zu sagen. Wette erzählt die Geschichte der Familie Katze, die den Besuch von Onkel und Tante erwartet. Die Katzenkinder fühlen sich unwohl, „die krakenartigen Umarmungen und feuchten Schlabberküsse“ vor allem des Onkels ertragen zu müssen. Mit Hilfe ihrer Freunde lernen die Katzenkinder, sich zu wehren.

Dieses Stück ist Mittelpunkt des Aktionstages, dessen Schirmherrn Landrat Sven Hinterseh und Oberbürgermeister Rupert Kubon sind. Er findet am 22. März ab 14.30 Uhr im Fidelis-Saal statt und steht ausdrücklich allen Interessierten offen. Eltern können mit ihren Kindern kommen, Pädagogen und Lehrer die Chance nutzen, sich von Experten für dieses Problem sensibilisieren zu lassen. Die Kriminalpolizistin Manuela Dirolf, die sich nicht nur beruflich mit dem Thema auseinandersetzt, sondern sich auch privat engagiert, hält einen Vortrag zur Prävention sexualisierter Gewalt. Zudem liegen an Infotischen Material des Weißen Rings, der Polizei, Pro Familia und weiteren Organisationen aus. Die Kinder können sich an Basteltischen vertiefen oder die Schminkbühne nutzen.

Vom 23. bis 25. März bieten die Organisatoren im Gemeindezentrum von St. Fidelis kostenfreie Aufführungen für Kindergärten und Grundschulen der ersten und zweiten Klasse an. Auch hier engagiert sich die Freizeitwerkstatt: Alle kleinen Besucher sollen mit einem kostenfreien Bustransfer nach Villingen gelangen, betont Brauner. Angesprochen sind vor allem Einrichtungen in der Doppelstadt. Wer sich noch für einen Termin interessiert, kann sich direkt bei der Puppenwerkstatt 07531 - 958096 melden.

Die Freizeitwerkstatt

Eine Summe, die sich lohnt: Über 100 000 Euro zahlten die Mitglieder des Lions Clubs Schwenningen und des Lions Clubs Villingen seit nun fünf Jahren in die Kasse der Freizeitwerkstatt ein, um dafür unterschiedliche Projekte aus der Taufe zu heben. Die Lions-Freizeitwerkstatt initiiert, begleitet und finanziert derzeit um die 30 Projekte für Kinder und Jugendliche in der Doppelstadt. So werden soziale Nachteile abgefedert, eine der Zielrichtungen des Projekts.