Kammerer-Platz neu im Ort

Weilersbach gedenkt des verstorbenen Ortschefs Rolf Kammerer. Fest des Erinnerns zum 60. Geburtstag

Das hätte ihm gefallen, ein Fest wie dieses anlässlich seines 60. Geburtstages. Ein Fest beim Löwen im Herzen von Weilersbach mit einem ausgiebigen Blick nach hinten, aber auch nach vorn. Rolf Kammerer, der ehemalige Ortsvorsteher von Weilersbach, wäre am vergangenen Freitag 60 Jahre alt geworden. Im Jahr 2010 starb Kammerer bei einem Autounfall und riss so ein großes Loch, nicht nur in die Kommunalpolitik des Stadtteils, sondern in viele Herzen von Verwandten, Freunden und Weggefährten. Anlässlich dieses besonderen Gedenktages war der Löwen in Weilersbach Treffpunkt für ebensolche: Freunde, Familie, Gönner, Bekannte, Kollegen aus der Politik, Schulkameraden und viele mehr. Auf Initiative seines Bruders Edmund Kammerer hatte dieser zu einem Fest vor dem Löwen geladen, das sich als „freudiger Gedenktag“ bezeichnen lässt. Denn genau so hätte Rolf Kammerer es auch gewollt, wurde gemeinhin konstatiert: mit der musikalischen Umrahmung der Guggenmusik Alte Kanne aus Villingen, mit den Schwenninger Schalmeien, die als Nutznießer des Löwens für Speis und Trank sorgten, mit Vertretern der Weilersbacher Epfelschittler Narrenzunft sowie mit zahlreichen Weggefährten aus der Politik. Denn auch dort war Rolf Kammerer als resoluter, objektiver und hilfsbereiter Stadtrat kein unbeschriebenes Blatt. Was ganz deutlich wurde: der hohe Grad an Beliebtheit des Verstorbenen, sein Humor und sein bemerkenswerter Charakter, es war fast so, als wäre er dabei gewesen bei dem Fest. Vor dem Löwen waren Tische aufgestellt und die Gäste strömten in Scharen. Und alle gedachten ihm. Mit einem weinenden, aber auch mit einem lachenden Auge. Und es wurden etliche humorvolle Anekdoten aus seinem Leben erzählt. Ob von Stadträtin Renate Breuning, mit der er eng zusammengearbeitet hatte, oder von Mitgliedern des Lions-Clubs. In vielen Gremien war Rolf Kammerer zu Hause. Eine seiner Baustellen war der Löwen, das einst abbruchreife Haus im Herzen von Weilersbach, das nun mit großem Engagement seines Bruders Edmund Kammerer wieder saniert wird. Auf Rolf Kammerers Initiative hin war hier zum Beispiel der „Löwenkeller“ entstanden, ein bewährter Treffpunkt für Jugendliche seit mehr als 25 Jahren. „Hier in Weilersbach, in der Metropole hat es funktioniert!“, schmunzelte Edmund Kammerer in seiner Ansprache. Und nicht nur das war seinem Bruder zu verdanken. Als besondere Würdigung seiner zahlreichen Verdienste auch von Anbeginn der 18-jährigen Tradition der Epfelschittler wurde symbolisch ein Apfelbäumchen vor dem Haus gepflanzt. Natürlich, wie sollte es anders sein, kam der Baum von den Epfelschittlern. Eingeweiht wurde außerdem der „Rolf-Kammerer-Platz“. Marion Bauer als Stellvertreterin der Narrenzunft meinte unter Beifall der Gäste: „Ein schöner Platz neben dem alte Leie, wo jeder kann sich dran freie.“ Schmerzliche Lücke Der Unfalltod Rolf Kammerers im Frühjahr 2010 hinterließ in vielen Bereichen eine schmerzliche Lücke: Er war neben seinem politischen Engagement auch Firmenchef und in vielen Vereinen engagiert. In Weilersbach war er als Ortsvorsteher aktiv und außerdem saß er für die CDU im Gemeinderat der Stadt Villingen-Schwenningen. Kurz nach dem Tod Kammerers musste auch das traditionsreiche Familienunternehmen aufgelöst werden.